Da, wo gewöhnlich sportliche Aktivitäten im Mittelpunkt stehen, präsentiert sich jetzt eine Turnhalle im Festtagsornat. Zum letzten Mal steht für die Abschlussschüler unserer Schule eine jahrgangsübergreifende Versammlung auf dem Programm.

Zeugnisse, ein letzter Gruß, jetzt warten veränderte Zeiten. Es ist die Zeit gekommen, Abschied zu nehmen: von seiner Klasse, seinen Lehrern, seiner vertrauten Umgebung. Nach Enttäuschungen, Frustrationen, Erfolgen und Höhepunkten. Eine Abschlussfeier nimmt sich Zeit zu bilanzieren, eröffnet Blicke nach vorne und nimmt Abschied von Gewohntem, das lange Jahre eine Konstante im Leben der Jugendlichen war.

Betrachtet man das Ergebnis in mathematischer Nüchternheit, so lässt sich eine Leistungsbilanz erkennen, die sich sehen lassen kann: 77 Schülerinnen und Schüler, davon sechs Mädchen, haben heuer an der Realschule im Rupertiwinkel den mittleren Bildungsabschluss erreicht. Es gab zwanzigmal eine Eins vor dem Komma – das sind fast 26 Prozent, also jeder Vierte! Davon erreichten eine Schülerin und vier Schüler einen Schnitt besser als 1,5. Ein fantastisches Ergebnis nach einer Lernstrecke mit vielen Unebenheiten. Man denke nur an die Auswüchse der Pandemie, die den Mädchen und Jungen des Abgangsjahrgangs in den unteren Klassen arg zusetzte.

Am letzten Freitag wurden im Rahmen einer Feierstunde in der neuen Turnhalle die Abschlusszeugnisse überreicht. Englisch – und Religionslehrerin Irmengard Wenk, Mitglied der erweiterten Schulleitung, hatte wie immer viel Engagement in die Festvorbereitung gesteckt und gleichzeitig den Gottesdienst gestaltet.

Der allseits beliebte und engagierte Konrektor Martin Prechtl eröffnete mit seiner Begrüßungsrede den Reigen der Festtagsredner. „Es liegt eine neue Welt vor euch“, so stellvertretender Landrat, Landtagsabgeordneter und früherer Fachlehrer Michael Koller. „Eine Welt voller Möglichkeiten, Chancen und Abenteuer. Eine Welt, die darauf wartet, von euch entdeckt zu werden.“

„Ihr seid auch eine Generation, die nicht müde wird. Die Fragen stellt. Die Ideen hat.“, so Freilassings Bürgermeister Markus Hiebl. „Was alles geht, wenn man gemeinsam loslegt, das habt ihr wieder beim diesjährigen Stadtradeln gezeigt.“

„Unser Elternbeirat setzt sich aus lauter engagierten Eltern zusammen, die sich in ihrer Freizeit mit schulischen Angelegenheiten beschäftigen“, so Rektorin Andrea Langenfelder. Zwei davon müssen wir leider heuer aus dem Elternbeirat verabschieden, da ihre Jüngsten den Abschluss gemacht haben und die Schule verlassen: Frau Annette Schwarz und Herrn Florian Löw.“

„Beide haben sich zusammen 15,5 Jahre ehrenamtlich für die Schule im Elternbeirat engagiert!“, so wusste es Mathelehrerin Langenfelder vorab auf den Punkt zu bringen. So hat Florian Löw bereits im Herbst 2016 erstmals das Amt des 2. Vorsitzenden übernommen.“ Annette Schwarz sei im Februar 2017 dazu gekommen. „Seit 2018 war sie durchgehend 1. Vorsitzende.“

„Ich danke Ihnen beiden für Ihr großes Engagement und die stets positive und konstruktive Zusammenarbeit über die vielen Jahre! Es war mir stets eine Freude, mich mit Ihnen auszutauschen und zusammenzuarbeiten!“, resümierte Langenfelder den Einsatz der beiden scheidenden Eltern.

„Ich denke es muss wieder Usus werden, Leistung zeigen zu wollen und die Dinge selbst in die Hand zu nehmen!“, so Langenfelder. Dazu sei manchmal auch ein Schritt aus der eigenen Komfortzone nötig. Erst kürzlich habe sie das Buch, „Inside SEK“ gelesen. Es habe ihr die Augen geöffnet.

„Du merkst, dass es dir guttut, dich aus deiner Komfortzone zu bewegen,“ so zitiert die Pädagogin den Autor mit dem Decknamen Kuni, der mehr als vier Jahre im SEK-Einsatz war. Da man nur außerhalb dieser Komfortzone etwas tatsächlich Neues entdecken und erleben könne. Es gibt diesen schönen Spruch: „Leben ist überall dort, wo du noch nicht warst.“ Alles andere sei Wiederholung“, so schreibt Kuni in seinen autobiographischen Ausführungen.

Nun war nach all den Vorträgen, Wünschen und Begrüßungen den heimatlichen Klängen der Schulmusiker, der gehobenen Plattlkunst der „Schuhplattler“ und dem Auftritt des Lehrerchores Zeit für die Zeugnisübergabe.

In diesem Zusammenhang warteten die Lehrkräfte mit der ein oder anderen Anekdote aus dem Schulallltag auf und ließen sich zum Schluss von ihren Schülern herzlich beschenken. Mit dabei die Klassenleiter und Klassenleiterinnen Christine Asen (10 a), Sebastian Fial (10 b) und Rudi Päckert (10 d). Wer besonders gut abgeschnitten hatte, durfte dann noch einmal auf die Bühne.

Die besten Leistungsresultate erzielten Stefan Steiner, 1,67, 10 d; Lucas Joiser, 1,36, 10 a; Talia Gürcan, 1,33, 10 b, Florian Waldhutter, 1,25, 10 b; Sebastian Hartung, 1,18, 10 a. Schulbester wurde Simon Biffar, 1,17, aus der 10 b.

Dank und Anerkennung erhielten auch die Schülersprecher Jonas Wendel (10 a), Simon Biffar (10b) und Jenas Wendelberger (10 a) für ihr Engagement im Rahmen der Schülermitverantwortung. „Unsere Schülerinnen und Schüler sind in vielen Bereichen derart engagiert, dass man gar nicht alles aufzählen könne, was tagtäglich im Schulhaus passiere“, so Schulleiterin Andrea Langenfelder. Und sie wünsche sich nichts so sehr, als das das noch lange so bliebe.

Johannes Vesper