Mitte letzter Woche war Michael G. Möhnle als Referent der Hanns-Seidel-Stiftung zu Gast an unserer Schule. Für die Schüler der neunten Jahrgangsstufe und für die 10 a hatte der frühere Pressesprecher des EU-Parlaments ein Thema vorbereitet, das uns alle angeht: „Klimaschutz – Schadstofffreie Energie und Mobilität“, so der Titel der Veranstaltung, die viel Wissenswertes und Lehrreiches für das Auditorium bereit hielt.

Eingangs wurden die sichtbaren Folgen des Klimawandels weltweit thematisiert und Herausforderungen der Zukunft benannt. „2 Grad Ziel“, „Herausforderung 21“ oder der Wettbewerb „Zero Emission“. „Im Jahre 2050 brauchen wir unsere Erde in dreifacher Ausführung“, so Möhnle. Dann nämlich würden 10 Milliarden Menschen auf unserem Planeten leben und sich vier Milliarden Fahrzeuge auf dem Straßennetz des Globus´ bewegen. „Neben dem Energieverbrauch ist die Mobilität die erste große Herausforderung der Menschheit“, so der Journalist.
Der Straßenverkehr verschlinge ein Viertel des globalen Energieverbrauchs und über die Hälfte des weltweiten Ölverbrauchs. „Eine Milliarde Fahrzeuge produzieren pro Jahr drei Milliarden Tonnen Kohlendioxyd“, so der Referent. Zum Vergleich: Im Jahre 1950 wären weltweit gerade mal 70 Millionen Fahrzeuge unterwegs gewesen.
Weitere aussagekräftige Zahlen führt er an, Zahlen, die aufhorchen lassen. Bei dem prognostizierten Bevölkerungswachstum, müssten in 20 bis 30 Jahren 50 Prozent mehr Lebensmittel produziert werden. 50 Prozent davon würden heute in den Industriestaaten weggeworfen. Hunger sei immer noch die Todesursache Nummer eins.
„Der Lebensbereich der Menschen wird sich immer mehr auf die Ballungsräume, die Megacities, konzentrieren.“ Gleichzeitung würden die immer mehr an Lebensqualität verlieren und irgendwann unbewohnbar. Zum ersten Mal steht die Menschheit vor so gewaltigen Aufgaben. Aufgaben, die sie nur gemeinsam lösen kann.
Den Klimawandel stoppen, den Klimaschutz revolutionieren - das sind die großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Aber in Bezug auf den Klimaschutz ist die Weltgemeinschaft zerstritten. „China gewinnt 70 Prozent seiner Energie aus Kohle,“ so der Journalist. Jährlich würden im Reich der Mitte 500 Millionen Tonnen davon verbrannt.
Europa gilt als Klimaschutz-Vorbild für die Welt: Bei einem Wirtschaftswachstum von 45% hat die EU zwischen 1990 und 2018 die Treibhausgase bereits um 19% verringert. Jetzt will Europa den Kohlendioxyd-Ausstoß bis 2030 um 40% unter den Wert von 1990 senken.
Inzwischen hat der weltweite Wettbewerb um schadstofffreie Energie und Mobilität begonnen. Zero-Emission ist das Ziel, das wir bis Mitte des Jahrhunderts anstreben müssen. Nur dann können wir eine globale Katastrophe verhindern.
Schon heute verursachen nicht mehr die Industrieländer den Großteil der energiebezogenen CO2-Emissionen, sondern die Entwicklungs- und Schwellenländer, allen voran China. Trotzdem: Die Industriestaaten müssen den Entwicklungsländern zur Seite stehen, um den Klimawandel zu bewältigen. Sie müssen mit gutem Beispiel voran gehen und zeigen, wie die CO2-freie Stadt von Morgen aussieht und was eine Gesellschaft tun und lassen muss, damit sie möglichst klimaneutral und nachhaltig lebt.
„Deutschlands CO2-Ausstoß sinkt, titelt die Wochenzeitung „Die Zeit“ in ihrer jüngsten Ausgabe: minus sechs Prozent. Die „Helden“ hinter der guten Nachricht heißen Windkraft und Sonnenstrom.

Text: Johannes Vesper / Foto: Sandra Gaede

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